Schwerpunkte der Vorsorge J2

Mehr noch als bei der J1 ist das Gespräch mit dem Jugendlichen vorrangig - ohne Beisein eines Elternteils. Deshalb sollte der/die Jugendliche auch möglichst freiwillig an der Vorsorge teilnehmen und nicht dazu genötigt werden. Wir sehen die J2 auch eher schon als Chance des Jugendlichen selbsständig den Arzt zu wählen, im Sinne der Eigenverantwortung für seinen Körper. Und wenn der über 16jährige nicht mehr zu uns möchte, halten wir das für einen nachvollziehbaren Wunsch! Natürlich können wir auch bis zum 18.Geburtstag (bei chronischen Erkrankungen auch darüberhinaus) weiter die behandelnden Ärzte bleiben, dies sollte aber der Jugendliche selbst entscheiden. Bei einem Wechsel zum Hausarzt stellen wir die wichtigsten Befunde aus unserer Kartei für den Kollegen zusammen, so dass ein nahtloser Übergang möglich ist.

Falls die J2 bei uns stattfinden soll: Für den Jugendlichen ist wichtig vorab zu wissen, dass wir eine Schweigepflicht selbst gegenüber den Eltern haben. Nur so ist ein vertrauensvolles Gespräch möglich. Im Vordergrund steht nicht eine Untersuchung durchzuziehen, sondern problembezogen Punkte anzusprechen und ggf. gezielt zu untersuchen. Routinemäßig wird nur Größe und Gewicht gemessen, der Body-Mass-Index ermittelt und Hören, Sehen und der Blutdruck untersucht, sowie der Impfstatus festgestellt.

Im Einzelgespräch mit dem Jugendlichen sind alterstypische Problemfelder Gegenstand des Gespräches, wie zB. Schulsorgen, körperliche Fitness/Sport, Pubertätskonflikte, auf Wunsch auch Sexualität, Verhütung und Sucht. Falls körperliche Risikofaktoren bestehen wie Über-/Untergewicht oder zB. Haltungsauffälligkeiten wird das angesprochen.